© 2010 INCAMPO Sport- und Beregnungsanlagen e.K.Frühjahrsinstandsetzung von einem Tennisplatz
Die Frühjahrsinstandsetzung eines Tennisplatzes wird notwendig, weil durch Frost, Verwitterung und Pflanzenwachstum der Tennisplatz in den Wintermonaten weich und unbespielbar geworden ist.
Das Thema Frühjahrsinstandsetzung sorgt immer wieder in einigen Bereichen für Fragen und Probleme.
a. Zeitpunkt der Frühjahrsinstandsetzung
Die Durchführung der Arbeiten kann erst dann erfolgen, wenn die Witterung es zulässt ! Es muss trocken und frostfrei sein. Die Böden müssen darüber hinaus eine gewisse Grundfestigkeit aufweisen und eine Bearbeitung zulassen, ohne dass die Plätze Schäden nehmen; d.h. die Böden müssen ebenfalls frostfrei und trocken und dürfen nicht zu weich sein. Den „richtigen” Zeitpunkt zu finden, sorgt immer wieder für Ärger... Machen Sie den „klagenden” Medenspielern klar: auch wenn bei Ihrem Nachbarclub schon gearbeitet wird, bedeutet das nicht, dass es auch bei Ihnen geht. JEDER TENNISPLATZ IST ANDERS !!! Jeder Platz reagiert auf Grund seiner Lage, seines Aufbaus und seines Alters anders auf die Witterungsverhältnisse. Es gilt die einfache Grundregel : wenn der Platz noch nass oder voll von Frost ist, kann nicht gearbeitet werden!


Tennisplatz mit Winterabdeckung der Linierung
Grundsätzlich gilt: eine seriöse Fachfirma hält die zugesagten Termine ein. Sollten witterungsbedingte Verzögerungen eintreten, sollten diese von der Firma mit dem Verein abgesprochen werden.
b. Menge des Abtrages, Frühjahrsinstandsetzung
Die Frühjahrsinstandsetzung ist Millimeterarbeit !!! Bedenken Sie bitte, dass eine Abtragmenge von 1,0 to. Sand pro Platz einer Abtragstärke von einem Millimeter Platzfläche entspricht! Es gilt grundsätzlich die Grundregel : es wird grundsätzlich soviel loses und verunreinigtes Material wie möglich abgetragen, aber auf keinen Fall mehr als es notwendig ist ! Dies ist eine der Vorraussetzungen dafür, dass der neu aufgetragene Sand auch eine Bindung mit der Platzdecke eingehen kann. Niemals (!!!) sollte beauftragt werden, in festgebackene Platzstrukturen einzugreifen, um hierdurch die Abtragmenge zu erhöhen. Hierdurch würde das Korngefüge in aller Regel irreparabel zerstört werden.


Abtragmassen, zusammengeschoben


Abtransport des abgetragenem alten Sandes
Die genaue Abtragmenge kann im Voraus niemals (!) exakt angegeben werden. Sie ist sehr stark abhängig von der Dauer und der Stärke der Frostperioden, vom Ausmaß der Verunreinigungen und wieder von der Lage und dem Aufbau des Platzes. Als ungefährer Richtwert kann für die durchschnittliche Abtragmenge ca. 1,5 - 2,0 to/Platz angesetzt werden.
c. Ausbessern von Löchern, Frühjahrsinstandsetzung
Das Auffüllen von Löchern und Mulden - vor allem auch im Grundlinienbereich - ist wesentlicher Bestandteil einer guten Frühjahrsinstandsetzung. Wichtig: jedes Loch könnte bis zum Rand aufgefüllt werden unabhängig davon, wie tief es auch ist. Der Einbaustärke, bei der der aufgefüllte Sand danach aber auch fest wird, sind jedoch sehr schnell Grenzen gesetzt. Der aufgefüllte Sand härtet neben der Verdichtung durch die Motorwalze vor allem durch die Wechselwirkung von Wasser und Sonne (= Wärme) aus. Das Problem besteht darin, dass die noch schwache Kraft der Sonne den Boden im Frühjahr nur einige wenige Millimeter aufwärmen und damit die notwendigen Aushärtungsprozesse einleiten kann. Das bedeutet: sind die Ausspielungen zu tief, haben Arbeiter und Pflegepersonal bei allem guten Willen keine Chance, dass Material fest zu bekommen, da die Sonne nicht bis in die Tiefe vordringen kann. Ohne Wärme härtet der Sand nicht aus! Deshalb gilt: der Sand sollte grundsätzlich nur bis zu einer Stärke von max. 2 - 3 cm aufgefüllt werden. Bis zu dieser Menge hat man gute Erfolgsaussichten, dass das Material auch aushärtet und bindend wird. Sollten die Ausspielungen mit dieser Menge nicht aufgefüllt werden können, müssen die Löcher in mehreren Arbeitsgängen aufgefüllt werden und nach Aushärtung des ersten Arbeitsganges ein weiterer Arbeitsvorgang durchgeführt werden. Anders geht es nicht...


Platzfläche, durch Abtrag beschädigt


Platzfläche, komplett abgetragen


Beim Ausbessern von Platzschäden
d. Einbaumethoden bei der Frühjahrsinstandsetzung
Man unterscheidet zwei Methoden, wie der eingeworfene neue Sand eingearbeitet und verdichtet wird:
- 1. „Einschlämmmethode”
Das Material wird hierbei nach dem Ausstreuen unter sehr starker Wasserzufuhr eingeschlämmt und mittels eines mindestens 2,0 mtr. breiten Gummihobels geglättet.
Die erste Verdichtung erfolgt bei dieser Methode über die starke Wasserzufuhr.
- 2. „Trockene Methode”
Das eingeworfene Material wird hierbei solange trocken (!) mit dem Schleppnetz glatt gezogen, bis es absolut ebenflächig ist. Anschließend wird die Fläche gut gewässert und mittels einer genügend schweren Tennisplatzwalze gewalzt.
Die erste Verdichtung erfolgt bei dieser Methode über das Wässern und das Abwalzen.


Trockene Methode - Platz, komplett eingestreut

Trockene Methode - sorgfältiges Vernetzen des eingestreuten Sandes

Trockene Methode - Abwalzen des neuen Materials
Achtung! Die beiden Methoden sind qualitativ vollkommen gleichwertig! Bei guter Nachpflege kann selbst der Fachmann schon nach 2 - 3 Wochen kaum noch erkennen, welche Arbeitsmethode urspüünglich angewendet worden ist.
Die Verwendung der jeweiligen Arbeitsweise richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten, nach dem Wetter und nicht zuletzt auch nach den Wünschen des Kunden.
Bei sehr trockenen Böden oder auch bei schlechtem Wasserdrücken vor Ort sollte grundsätzlich die „Trockene Methode” angewandt werden, bei nassen Böden oder bei Regen grundsätzlich die „Einschlämmmethode”. Sollte eine Firma bei nassem Wetter oder Boden versuchen, das Material trocken einzuarbeiten, ist immer Skepsis angebracht!













